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Folgende Auszüge stammen aus dem sehr empfehlenserten Buch:

“Die Geburt des Löwen - Dialoge zur Selbsterforschung”, Verlag Lüchow.

OMs Erwachen aus dem Koma:

“Erste visuelle Eindrücke und Empfindungen setzten sich langsam wieder zu einem Bild zusammen. Ein Wahrnehmungsfluß begann: ein Zimmer, ein Bett, ein Körper, Intubationen, Schläuche, ein Krankenhaus. Der Moment des Erwachens war wie die Fortsetzung eines Films. Doch es schien niemanden zu geben, der erwachte, kein Ich. Aus vielen Wahrnehmungsmomenten fügte sich im Bewußtsein langsam wieder ein Körper zusammen, eine “Person” entstand, doch diese “Person” war nicht “Ich”, sondern lediglich ein Objekt meiner Wahrnehmung. Es war ein Schock, das “Ich” ohne jeden Zweifel vollkommen existierte. Ich war unsterblich. Es war unfaßbar”...

“Meine Existenz als Individuum war erschüttert worden, und ich war unfähig, meine Erfahrungen anderen mitzuteilen. Der gesamte Organismus schien in einer Art Betäubungszustand zu sein, körperlich und emotional. Ich erlebte eine totale Gleichgültigkeit gegenüber dem, was ich bisher als “das Leben” angenommen hatte. Dieses “Leben” erschien mit plötzlich als ein Strom leerer, nichtssagender Phänomene, die aus “Dem” entstehen, was “Ich Bin” - ewiges Bewußtsein.”

OM zum Thema “Beziehungen”:

“Kommunikation zwischen Menschen entpuppte sich als eine vollkommene Groteske, die mich an einen Monty-Python-Film erinnnerte. Jeder  Mensch tut so, als kenne er sein Selbst, er spricht ganz selbstverständlich von “Ich” und projiziert dieses Pseudowissen nach außen. Die Umkehrung, also “Negative” von beliebigen Vorstellungen über sich selbst, erscheinen dann im “Außen” als der “Andere”, mit dem kommuniziert wird. Dieser Prozeß wird dann als “Beziehung” oder “Kommunikation” bezeichnet. Kurz gesagt: Die “Beziehung” zwischen zwei Menschen ist in Wirklichkeit eine Beziehung zwischen zwei Vorstellungen.”..

 “Ich erkannte, daß menschliche Charaktere ein Sammelsurium von größtenteils unterbewußten Bildern sind, die aus Erinnerungen heraus festgehalten werden und das So-Sein des Moments überlagern. Manchmal schien diese Wolkendecke aus Bildern und Vorstellungen einfach aufzureißen und ich sah, wie Menschen ohne jede Erkenntnis ganz natürlich im So-Sein verweilten. Dies geschah z.B. in Momenten echter Situationskomik. In so einem Moment von No-mind geschieht wahre Kommunikation im Sinne von communio, des Austausches von Herz zu Herz, von Selbst zu Selbst... Im Moment des Lachens hat der Geist keine Chance.”

“In meiner Erfahrung hatte “ich” keine festgelegte Identität als ein “Jemand” mehr. Ich konnte nichts mehr darüber aussagen, “wie ich bin”, welche Eigenschaften oder Qualitäten “ich” habe, wie “ich” mich verhalten kann und wie nicht. Alles, was früher meine fixierte Identität ausgemacht hatte, war dem Unbekannten ausgeliefert und dadurch unvorhersehbar.”

 

Zum Thema: Wer handelt?

“Das Leben ist ein sich selbst erfüllender Prozeß. Shakti (die Lebenskraft) erscheint als tausend-köpfige Hydra, die Form “Mensch” ist nur einer von ihren Köpfen. Die Idee eines individuellen “ich” als ein Macher, ein Schöpfer, ein Kontrolleur des Lebens erscheint lächerlich, absurd: Das Unbekannte geschieht ohnehin! Ein altes Sprichwort offenbart dies auf eine sehr einfache Art und Weise: Der Mensch denkt. Gott lenkt.”

“Es bedarf nur eines Minimums an Gedanken, um die Arbeit, die getan wird, zu organisieren. Wenn du glaubst, daß ein Zustand frei von Gedanken ein Zustand von Dumpfheit ist, dann täuschst du dich. Im Gegenteil, es ist ein Zustand, in dem sich Intelligenz erst entfalten kann. Leider wird Intelligenz in unserer Gesellschaft als Umgang mit Denken definiert. Aber es gibt eine tiefere Intelligenz, die von dem herkömmlichen Begriff Intelligenz nicht berührt wird. Das ist die Intelligenz, die aus dem nichtdenkenden Geisteszustand auftritt. Es ist die eigentliche freie und reine Intelligenz, eine unpersönliche Intelligenz,  die im Dienste der Menschheit arbeitet und unvorhersehbar ist, die keinerlei Vorstellungen entspricht, die keinerlei Moral kennt, die unbekannten Gesetzen des Herzens folgt, die nicht mit dem Verstand  oder mit der Denkmaschine erfaßt wird... Alles wird sehr einfach: In jedem Moment wird das getan, was gerade anliegt. Du überläßt das System, den ganzen Organismus, seiner Selbstorganisation. Du brauchst keinen Gedanken “ich bin durstig”, um nach dem Wasserglas zu greifen und einfach einen Schluck Wasser zu nehmen. Alles geschieht von selbst. Und indem du die Aufmerksamkeit zurückziehst, beginnst du, diesen Ursprung, diesen Quell all dessen zu ahnen, was das hervorbringt, der Quell, der den Bewegungsimpuls hervorbringt, um nach diesem Wasserglas zu greifen. Und das ist kein Gedanke. Jede Anstrengung, jeder Gedanke kann aufgegeben werden. Ich weiß, daß der Geist unendlich viele “Abers” parat hat, unheimlich viele Bedingungen, unter denen das angeblich nur möglich ist. Prüfe diese Abers, eins nach dem anderen, wenn du möchtest, oder mache die Erfahrung, alle “Abers” für einen Moment fallen zu lassen und dich der Stille des Geistes hinzugeben. Mache diese Erfahrung für 5 Sekunden oder für 5 Tage. Du kannst die Erfahrung immer wieder machen, daß aus diesem nichtdenkenden Geisteszustand unpersönliches Sein vollkommen ist und daß keinerlei Tun dafür vonnöten ist.”

“Selbstloses” Handeln ist nicht durch die Art des Handelns zu erkennen. Es ist die Haltung dahinter. Es gibt kein selbstloses Handeln, nur ichloses Handeln: das ist Handeln ohne Idee, ohne fixiertes Konzept oder Motiv, Handlung, die sich im Unbekannten öffnet, indem sie jeden Ausgang offenläßt. Dies ist Liebe.”

So-heit ohne Bedeutung:

“Bedeutung ist nie in diesem Moment” (an anderer Stelle: “Nach”-denken und “Vor”-stellen sind nie im “hier” und “jetzt”.). Bedeutung ist immer Geschichte, ein Konzept, ob spirituell, psychologisch oder wie auch immer geartet. Es wird aus der Vergangenheit herangeholt, um etwas zu erklären. Aber das, was du glaubst zu sein, hat keine Bedeutung. Wenn du Bedeutungslosigkeit (nicht Dumpfheit!) erkennst, bist du frei. Jede Vorstellung davon, wie die Dinge zu geschehen hätten oder was es bedeutet, wenn sie nicht so geschehen, wie du glaubst, daß sie geschehen müßten - das ist Bedeutung die ich meine.”

“Es ist wichtig, den Schmerz zu spüren, der im Erschaffen künstlicher Welten (Bedeutungen) liegt. Du kannst soviele Welten erschaffen, wie du willst. Aber wenn du Welten erschaffst, dann muß ich dich fragen: Wovor flüchtest du? Nur jemand, der auf der Flucht ist, bemüht sich, Welten zu schaffen.” 

    

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